Vom Künstler zum angesehenen Sammler

Der Kunstliebhaber und Sammler Werner Coninx (1911–1980) wuchs im elterlichen Haus an der Heuelstrasse in Zürich auf. Früh waren seine Interessen humanistisch geprägt. Nach einem abgebrochenen Medizinstudium folgte er seinen künstlerischen Neigungen und Fähigkeiten und nahm Unterricht bei Hedwig Braus (Bildhauerei) sowie bei Walter Jonas und Henry Wabel (Malerei). Schon als junger Maler und Bildhauer unterstützte er andere Maler und Freunde. Daraus entwickelte sich seine spätere Leidenschaft für das Sammeln und die Idee einer universellen Sammlung als Spiegel der Menschheits- und Kulturgeschichte.

Breite Sammeltätigkeit

Werner Coninx richtete sein Interesse besonders auf das Sammeln von Grafik und gehörte in den 1950er Jahren zum inneren Kreis der Sammler, die bei der Galerie Klipstein & Kornfeld in Bern an inzwischen legendären Auktionen rund um einen Tisch herum ihre Gebote abgaben. Bald füllte sich sein Wohnsitz in der die elterlichen Villa am Zürichberg mit Gegenständen der verschiedensten Art: neben Grafik und Gemälden überwiegend von Schweizer Malern fanden mit afrikanischen Figuren und Stoffen, ägyptischen und griechischen Objekten, japanischen Farbholzschnitten, russischen Ikonen und mittelalterlichen Skulpturen Kunstwerke aus fast allen Kontinenten Aufnahme in die Sammlung. Besondere Kennerschaft bewies Coninx mit dem Kauf buddhistischer und hinduistischer Skulpturen, mit denen er den weltumspannenden Charakter seiner Sammlung unterstrich.

An die Öffentlichkeit

1974 rief Werner Coninx zur Erhaltung seiner Sammlung eine Stiftung ins Leben. Sie war zunächst auf eine befristete Dauer angelegt, um abzuklären, ob sich in einer Zürcher Gemeinde ein Partner finden liesse, der sich zur Übernahme der Sammlung bereitfinden würde. 1975 gelang der Werner Coninx-Stiftung erstmals ein erfolgreicher Schritt an die Öffentlichkeit. Veranstaltet vom Kunsthaus Zürich fand im Zürcher Helmhaus die Ausstellung «Figurative Schweizer Kunst des 20. Jahrhunderts aus der Werner Coninx-Stiftung» statt. Mit Genugtuung durfte der Sammler feststellen, wie er, der einst mit seinen eigenen gegenständlichen Bildern Aussenseiter im Kunstbetrieb geblieben war, jetzt als Sammler Anerkennung beim breiten Publikum und in der Fachwelt fand: die Stadt Zürich stellte das Helmhaus zur Verfügung, und den Katalog zur Ausstellung verfasste der damalige Direktor des Kunsthauses. Doch blieb dem Erfolg die Fortsetzung versagt, und 1977 lehnte eine Gemeindeversammlung in Zollikon die vom Gemeinderat beantragte Übernahme der Sammlung Werner Coninx ab – wohl nicht zuletzt im mit Blick auf ihren Umfang, von inzwischen gegen 15'000 Objekten. Als Werner Coninx 1980 starb, fanden sich seine Nachkommen bereit, der Stiftung das Wohnhaus des Sammlers und einen namhaften Kapitalbetrag als Schenkung zu überlassen. Im Haus an der Heuelstrasse fanden fortan Ausstellungen statt, die ausgewählte Aspekte und Schwerpunkte der Sammlung zum Gegenstand hatten. Eine vollständige Liste der Veranstaltungen ist auf dieser Website zu finden.